Versorgungslücke Hausbesuch

In meiner jahrzehntelangen neurologisch-klinischen Arbeit in Sprach- und Schluckdiagnostik und -therapie stellte sich nach dem stationären Aufenthalt meiner Patienten immer wieder die Frage: Wie geht es weiter mit der fachtherapeutischen Versorgung?

 

Viele Patienten können oder dürfen zunächst nicht wieder selbst Auto fahren, die Angehörigen sind mit dem Transport möglicherweise überfordert bzw. Patienten sind bedingt durch ihre Beeinträchtigungen noch zu wenig mobil etc.

 

Wenn also der überweisende Arzt/die Ärztin eine Therapie im Hausbesuch verordnet, biete ich bereits seit längerer Zeit – und nunmehr verstärkt – eine entsprechende Versorgung in der vertrauten Umgebung an, ganz bequem und ohne Termindruck für die Patienten.

Ich führe meine Hausbesuche hauptsächlich in Bad Homburg und Friedrichsdorf durch, aber auch in Richtung Frankfurt, Taunus und Wetterau.

Diagnostik und Therapie ist auf diese Weise möglich, bei Schluckstörungen auch Organisation und Begleitung eventuell notwendiger endoskopischer Untersuchungen.

 

Neurogene Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen können auftreten, wenn ein Patient/eine Patientin einen Schlaganfall oder ein Schädelhirntrauma erlitten hat oder auch ein Tumor des Gehirns entfernt werden musste. Weitere Diagnosen, die eine sprachtherapeutische Intervention nötig machen können, wären Morbus Parkinson,  Multiple Sklerose und ALS .

 

Sprachtherapeutisch fachkompetent nach Art und Ausprägung der Störung zu behandeln sollte selbstverständlich sein (Richtschnur sind hierbei die jeweiligen Leitlinien der Fachgesellschaften); darüber hinaus sehe ich es als meine Aufgabe an, der individuellen Biographie des Patienten/der Patientin in der Therapie Rechnung zu tragen, bei der Krankheitsbewältigung zu helfen, und auch, soweit gewünscht, die Angehörigen einzubinden.

Behandlungsspektrum
Mein Behandlungsspektrum umfasst:
Sprachtherapie bei Aphasie

Aphasien werden verursacht durch im Gehirn aufgetretene Beeinträchtigungen, z.B. einen Schlaganfall, und zeigen sich sowohl in der Expression als auch in der Rezeption von Sprache. Im Allgemeinen sind nahezu alle sprachlichen Teilbereiche (spontane Sprache, Sprachverständnis, Benennen, Nachsprechen, Schreiben, Lesen) betroffen, wenn auch durchaus in unterschiedlicher Stärke und Ausprägung.

Aber: „Entscheidend für die Therapie ist die Erkenntnis, dass die Aphasie kein Verlust der Sprache ist, sondern eine schwere Schädigung ihrer souveränen Verfügbarkeit.“ (Helmut Ruge in: Der Aphasiker und seine fachpädagogische Rehabilitation, Stuttgart 1976). Diese zu stärken ist Aufgabe der Therapie.

Schluckdiagnostik und –therapie bei Schluckstörungen

Nahrungsaufnahme und Schlucken sind hochkomplexe Vorgänge, die durch zugrunde liegende Erkrankungen und/oder ein fortgeschrittenes Lebensalter (Presbyphagie) bedingt sein können. Schluckstörungen bedeuten für den Patienten/die Patientin eine große Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität, da sie nicht nur den Genuss von Speisen und Getränken betreffen, sondern auch die hiermit verbundene soziale Komponente. Hier kann durch präzise Diagnostik (eventuell auch durch eine endoskopische Untersuchung in Zusammenarbeit mit einem Facharzt) und verschiedene therapeutische Interventionen Abhilfe geschaffen werden bzw. eine Verbesserung der Lebensqualität erzielt werden.

Auch die Therapie Trachealkanülen-versorgter Patienten kann angeboten werden.

Sprechtherapie bei Dysarthrie

Die Dysarthrie ist eine Störung der Artikulation und/oder der Sprechatmung und/oder der Stimmqualitäten. Daraus resultiert ein verändertes Sprechtempo und eine veränderte sprachliche Intonation.

Therapie der Sprechapraxie

Sie ist eine Störung der Planung von Sprechbewegungen, der Zugriff auf Muster der Sprechbewegungen zur Artikulation bestimmter Laute ist unsicher, die Muster in der Ausführung von Sprechbewegungen sind instabil.

Stimmtherapie

Bei Stimmstörungen verschiedener Genese, seien es neurologisch bedingte oder auch solche in „sprechenden Berufen“, die von einer  Überstrapazierung und/oder z.B. falscher Atemführung herrühren. Ebenso kann die Stimmqualität nach Nervenschädigung durch eine Struma-OP deutlich verbessert werden. Bei psychogen bedingten Stimmstörungen habe ich gute Erfolge durch Tiefenentspannung und hypnotherapeutische Interventionen erzielt.

Beratung der Angehörigen, Zusammenarbeit mit ihnen

Seit einigen Jahren wird in der neurologischen Rehabilitation zu Recht der Begriff der Teilhabe der Patienten am „normalen“ Leben eingefordert. Der Patient/die Patientin sollte, dies zumindest das Ziel, in Familie, Öffentlichkeit und auch im Beruf, soweit dies möglich ist, wieder mitwirken können.  Es gilt hierzu mindestens zwei Komponenten zu berücksichtigen; erstens die Information der Angehörigen, die Abstimmung und Kooperation mit ihnen, und zweitens, auch und gerade bei aphasischen Patienten, die Würdigung ihrer individuellen Biographie. (Ich möchte hierzu auf das Forschungsprojekt narraktiv der Katholischen Hochschule Mainz verweisen.) In meiner bisherigen Arbeit habe ich versucht, dem Rechnung zu tragen. Nach meiner Erfahrung kann hierdurch ein neues Setting mit der Störung, orientiert an vorhandenen Ressourcen, gefunden und auch die psychische Belastung aller Beteiligten gelindert werden.

Beratung im privaten und beruflichen Umfeld, mentales Coaching

Neben meiner Tätigkeit in der Diagnostik und Therapie der oben beschriebenen Störungsbilder biete ich auch Klienten eine Beratung an, die sich biografisch, sei es in ihrer aktuellen persönlichen Situation, sei es im professionellen Rahmen, vor spezifische Herausforderungen gestellt sehen, ein krisenhaftes Geschehen zu bewältigen haben etc.

Meine Expertise hierfür resultiert nicht allein aus meiner jahrzehntelangen therapeutischen Erfahrung, aus der Arbeit als Ethikbeauftragte der Klinik, der ich angehörte, aus meiner langjährigen Arbeit als Betriebsrätin, sondern auch ganz speziell aus meiner Ausbildung in hypnosystemischer  Kommunikation nach Milton Erickson.

 

Hier stehen in unterstützendem Gespräch, Rollenspiel und beispielsweise Imaginationsübungen, Tranceinduktion und entlastender Tiefenentspannung etc. Möglichkeiten zur Verfügung, sich die Situation zu verdeutlichen, Konflikte ressourcenorientiert und zielführend zu bearbeiten, Lösungen zu finden und bei ihrer Verwirklichung zu helfen. 

Außerdem arbeite ich nunmehr auch mit einer langjährigen und geschätzten Fachkollegin intensiver zusammen, der Klinischen Linguistin Anja Sauer M.A.

 
 
Curriculum Vitae

Geboren in Bad Homburg vor der Höhe

1971-1977 Studium der Germanistik, Linguistik, Politik, Geschichte, Pädagogik an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Frankfurt/M. zunächst für das Höhere Lehramt an Gymnasien mit 1. Staatsexamen

1977 und 2. Staatsexamen 1981

 

Mitglied der Forschungsgruppe von Prof. Dr. Helen Leuninger an der J.-W.-Goethe-Universität Frankfurt mit den Schwerpunkten Sprache und Gehirn, Syntax, Patholinguistik

 

Promotionsstipendium des Präsidenten der J.-W.-Goethe-Universität Frankfurt 

 

Promotion bei Prof. Dr. Helen Leuninger in Patholinguistik 1986

Titel der Dissertation: „Sprachwissen und Sprachverhalten bei aphasischen Sprachstörungen“

1986 bis 2017 Klinische Linguistin an der Neurologischen Klinik Bad Salzhausen-Nidda, heute Asklepios Neurologische Klinik Bad Salzhausen, hier sprachtherapeutische Versorgung von Patienten aller neurologischen Störungsbilder, Ätiologien, Phasen und Schweregrade

Außerdem

Lehraufträge an der J.-W.-Goethe Universität Frankfurt

 

Mitglied des Bundesverbandes Klinische Linguistik (BKL) seit 1988 mit regelmäßigen Fortbildungen und Tätigkeit als Supervisorin 
 

Zertifizierte Ausbilderin für das FEES (Fiberoptic Endoscopic Evaluation of Swallowing)-Curriculum (DGN) und (DGS)

FEES Instructor in the ESSD (European Society for Swallowing Disorders) FEES Accreditation Programme

Workshops bei A. Kotten, E. de Langen, W. Ziegler, M. Vogel, G. Prigatano, J. Murray, P. Pluschinsky, S. Stanschuss, M.L. Huckabee, C. Hey,  S. Daniels, S. Langmore 

Zertifikat in Hypnosystemischer Kommunikation nach Milton Erickson

Organisation und Durchführung von Schulungen, Tagungen und Workshops

 
Ihr Kontakt zu mir

Gerne können Sie telefonisch oder per E-Mail Kontakt zu mir aufnehmen. Ich berate Sie bezüglich der Therapiemöglichkeiten und zeige Ihnen Wege auf, die wir gemeinsam beschreiten können. Diese Beratung kann entweder telefonisch oder bei Ihnen zuhause stattfinden.

Tel.: 06172 79917